Steine und Erden
Es kommt drauf an, was man draus macht

Bedeutung als Baustoff

Die Geschichte des Baustoffs Beton reicht zurück bis in die Antike. Gründe für die dauerhafte Erfolgsgeschichte dürfte in der im Vergleich zu vielen anderen Baustoffen deutlich einfacheren Verarbeitungsfähigkeit und in der hohen Dauerhaftigkeit und Belastungsfähigkeit dieses Baustoffes liegen.

Baustoff der Antike

Bereits in der römischen Baukultur wurde die Erkenntnis über die ersten hydraulischen Bindemittel in vielfältigen Bauwerken umgesetzt. Die sogenannten puzzolanischen Erden, die in der Reaktion mit Wasser zu einem künstlichen Stein erhärten, wurden unter der Bezeichnung „Opus caementitium“ zum Vorläufer unserer heutigen Betonbauweise. 

Eines der bekanntesten Betonbauwerke ist das Pantheon in Rom, dessen halbkugelförmiger Kuppelraum mit einem inneren Durchmesser von mehr als 43 Metern einen Höhepunkt in der Entwicklung von Architektur und Konstruktion der Antike bildete. Das Bauwerk aus dem 2. Jahrhundert nach Christus ist noch heute zu besichtigen. Diese antike Betonbauweise gelangte mit der Ausweitung des römischen Reiches auch in andere Teile Europas.

Verbundbaustoff Stahlbeton

Nachdem über viele Jahrhunderte, vor allem im Mittelalter, die Kenntnisse des Umgangs mit hydraulischen Baustoffen weitgehend verlorengegangen waren, erlebte der Betonbau durch die Entwicklung der ersten Zemente im 18. Jahrhundert einen neuen Aufschwung. Mit der Erfindung des Verbundbaustoffes Stahlbeton ergänzten sich die Vorteile des zugfesten Stahls mit denen des druckfesten und leichteren Betons, der zugleich eine Schutzwirkung für das korrosionsanfällige Metall mitliefert.

Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten

Die gezielte Bemessung von Kräften und Spannungen auch in großen und komplexen Tragwerken ermöglichten ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert den Architekten und Tragwerksplanern eine neue Gestaltungsfreiheit mit dem Verbundbaustoff Stahlbeton.

Es entstanden Großbauwerke in bis dahin unerreicht kurzen Bauzeiten und sich ständig verbessernder Technik und Qualität. Vor allem nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich die Betontechnologie in völlig neue Bereiche. Ansteigende Festigkeiten, chemische Widerstandsfähigkeiten sowie verarbeitungsfreundlichere Eigenschaften des Betons eröffneten den Einsatz hochspezialisierter Betone in fast allen Anwendungsbereichen der Bautechnik. Als Beispiele hierfür seien genannt die Entwicklung des hochfesten Betons für die Ausbildung schlanker, hochdruckfester konstruktiver Betonbauteile sowie die Entwicklung sogenannter leicht- oder selbstverdichtender Betone, die den Einbau des Frischbetons in jeder beliebigen Form und an unzugänglichen Stellen eines Bauteils ermöglichen. 

Beton als gestalterisches Element

Auch die gestalterischen Möglichkeiten des Bauens mit Beton und Stahlbeton spielten gerade für die Architektur eine zunehmend wichtige Rolle. Sichtbetonflächen sind als Elemente der Gestaltung bis heute von ungebrochener Aktualität.

Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit

Letztlich begründet jedoch auch die hohe Wirtschaftlichkeit dieses Baustoffes den weltweiten Siegeszug von Beton. Seine Ausgangsstoffe Kalkstein und Ton zur Zementherstellung sowie die natürlichen Gesteinskörnungen sind fast überall auf der Welt vorhanden und mit relativ einfachen Mitteln in großen Mengen produzierbar.

Beton – der Baustoff des 21. Jahrhunderts

Die Vorteile von Beton sind somit die unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeit, die auf alle Beanspruchungen gezielt einstellbaren Eigenschaften, die bei richtiger Anwendung und Ausführung fast unbegrenzte Beständigkeit ohne nennenswerte Unterhaltung und letztendlich die hohe Verfügbarkeit und die aus allen Vorteilen resultierende Wirtschaftlichkeit des Baustoffs Beton. Beton hat seinen Siegeszug im 20. Jahrhundert begonnen und kann Zweifels ohne auch als Baustoff des 21. Jahrhunderts genannt werden.

 

 

Quelle: Baustoff Beton, Martin Peck u.a.

Stand: 17. 07. 2012